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Art. 231 Abs. 3 SchKG    K. Summarisches Konkursverfahren

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3Das summarische Konkursverfahren wird nach den Vorschriften über das ordentliche Verfahren durchgeführt, vorbehältlich folgender Ausnahmen:

2. Nach Ablauf der Eingabefrist führt das Konkursamt die Verwertung durch; es berücksichtigt dabei Artikel 256 Absätze 2-4 und wahrt die Interessen der Gläubiger bestmöglich. Grundstücke darf es erst verwerten, wenn das Lastenverzeichnis erstellt ist.

Verfahrensmässiger Anwendungsbereich

In summarischen Konkursverfahren: vgl. sogleich unten im Text

In der Spezialliquidation nach Einstellung des Konkurses mangels Aktiven gemäss Art. 230a Abs. 2: vgl. unten

Im Hilfskonkursverfahren (Art. 166 ff. IPRG): Art. 170 Abs. 3 IPRG i.V.m. Art. 231 SchKG – sofern ein Hilfskonkursverfahren überhaupt durchgeführt wird (und die Aktiven nicht dem ausländischen Insolvenzverwalter überlassen werden; vgl. Art. 174a IPRG)

Zuständigkeit zum Entscheid

Ermessensentscheid des Konkursamtes: In Konkursen, die im summarischen Verfahren durchgeführt werden, bestimmt das Konkursamt die Art der Verwertung AB GE DCSO/336/2009 E. 3a d.h. durch öffentliche Steigerung, Freihandverkauf oder Abtretung nach Art. 260 SchKG. Der Freihandverkauf liegt im freien Ermessen des Konkursamtes. CdJ GE DCSO/493/2019 E. 3.2.1. AB SO ZZ.1994.19 E. 2

Vorliegen eines konkreten Angebots: Der Entscheid für eine freihändige Verwertung kann nur anhand eines konkreten Angebots gefällt werden. CdJ GE DCSO/493/2019 E. 3.2.1.

Kein Gläubigerbeschluss erforderlich: Einen Beschluss der Gläubiger zum Freihandverkauf braucht es nicht. BGer 5A_108/2016 E. 3.1. BGer 5A_759/2015 E. 2.1. BGer 5A_666/2014 E. 2.1. BGer 7B.27/2003 E. 4.1. (Pra 2003 Nr. 199) AB FR 105 2019 33 E. 3.2. CdJ GE DCSO/493/2019 E. 3.2.1. OG ZH PS160183 E. III.4. AB GR KSK 15 78 AB GE DCSO/223/2013 E. 3.2., E. 3.3. OGer ZH PS110228 E. 4.c. AB GE DCSO/143/2010 E. 2 AB GE DCSO/142/2010 E. 2.a. AB GE DCSO/141/2010 E. 2.a. AB TI 15.2016.109 AB TI 15.2005.141 AB TI 15.2004.200 E. 3 AB TI 15.2002.133 E. 1 AB TI 15.2001.200 E. 1.a. AB VD Plainte/2009/13 E. II.a. AB SO ZZ.1994.19 E. 2 Art. 256 Abs. 1 SchKG, wonach ein freihändiger Verkauf von zur Masse gehörenden Vermögenswerte einen entsprechenden Beschluss der Gläubiger voraussetzt, ist im summarischen Konkursverfahren nicht anzuwenden. BGer 5A_461/2013 E. 3.1.1. BGer 5A_678/2012 E. 4 BGer 7B.97/2006 E. 3.2. BGer 7B.27/2003 E. 4.1. (Pra 2003 Nr. 199) OGer ZH PS190002 E. 3.3. AB BS RB 2003 Nr. 14.1. AB BS RB 2003 Nr. 14.2. AB GE DCSO/223/2013 E. 3.2. AB GE DCSO/143/2010 E. 2 AB TI 15.2002.133 E. 1 FZR 2000 Nr. 47 E. 1 AB SO ZZ.1994.19 E. 3

Gläubigerkonsultation zulässig: Das Konkursamt kann die Gläubiger konsultieren. Es ist dazu aber nicht dazu verpflichtet. AB GE DCSO/223/2013 E. 3.2., E. 3.3. OGer ZH PS110228 E. 4.c.

Verfahrensregeln

Bestmögliche Wahrung der Gläubigerinteressen: Bei der Verwertung wahrt das Konkursamt die Interessen der Gläubiger bestmöglich (Art. 231 Abs. 3 Ziff. 2 SchKG). BGer 5A_759/2015 E. 2.1. BGer 7B.27/2003 E. 4.1., E. 5. (Pra 2003 Nr. 199) OGer ZH PS190002 E. 3.3. AB GE DCSO/223/2013 E. 3.2.

Grundsatz: Die für das ordentliche Konkursverfahren erlassenen Verwertungsregeln gelten mit gewissen Ausnahmen auch für das summarische Konkursverfahren (Art. 231 Abs. 3 SchKG Ingress). BGE 131 III 280 E. 2.1. (Pra 2006 Nr. 8) BGer 5A_893/2017 E. 3.1. (mit Verweis auf BGE 76 III 102 E. 2, BGE 131 III 280 E. 2.1) Art. 256 SchKG gilt auch im summarischen Konkursverfahren. vgl. BGer 5A_893/2017 E. 3.1.

Keine Notwendigkeit, Gläubigern vorgängig Offertmöglichkeit zu gewähren: Es steht im freien Ermessen des Konkursamtes zu entscheiden, ob es geboten ist, allen Gläubigern die Gelegenheit zur Einreichung von Offerten zu bieten, bevor es einen Freihandverkauf abschliesst. BGE 131 III 280 E. 2.1. (Pra 2006 Nr. 8) BGer 7B.10/2006 E. 1.2.1. (beide mit Verweis auf BGE 106 III 79 E. 5) Das Konkursamt darf einen als vorteilhaft erachteten Freihandverkauf sofort abschliessen, ohne vorerst an die anderen Gläubiger zu gelangen. BGer 5A_759/2015 E. 2.1. (mit Verweis auf BGE 76 III 102 E. 2)

Zustimmung der Pfandgläubiger (Art. 256 Abs. 2 SchKG): Auch im summarischen Konkursverfahren müssen die Pfandgläubiger der freihändigen Verwertung des Pfandobjektes zustimmen. AB GE DCSO/1/2006 E. 3 AB SO ZZ.1994.19 E. 2

Recht zum höheren Angebot (Art. 256 Abs. 3 SchKG): Dieses ist auch im summarischen Konkursverfahren zu gewähren. BGer 5A_108/2016 E. 3.1. BGer 5A_759/2015 E. 2.1. BGer 5A_461/2013 E. 3.1.1. BGer 5A_678/2012 E. 4 BGer 7B.97/2006 E. 3.2. BGer 7B.10/2006 E. 1.2.1. BGer 7B.27/2003 E. 4.1. (Pra 2003 Nr. 199) GVP ZG 2013 S. 188 ff. A.2.1. E. 3.2. (BlSchK 2014 Nr. 36 E. 3.2./CAN 2014 Nr. 14) AB GE DCSO/733/2006 E. 3.b. AB GE DCSO/1/2006 E. 3 AB SO ZZ.1994.19 E. 2 Das Säumnis, den Gläubigern das Recht zum höheren Angebot einzuräumen, stellt eine Gesetzesverletzung dar. AB GE DCSO/733/2006 E. 3.b.

Notverkauf: Die Bestimmungen über den Notverkauf (Art. 243 Abs. 2 SchKG) gelten auch im summarischen Konkursverfahren. BGE 131 III 280 E. 2.1. (Pra 2006 Nr. 8) BGer 5A_893/2017 E. 3.1.

Besonderheiten bei der Spezialliquidation gemäss Art. 230a Abs. 2 SchKG (nach Einstellung des Konkurses mangels Aktiven)

Durchführung nach den Regeln des summarischen Konkursverfahrens: Die Spezialliquidation (i.S.v. Art. 230a Abs. 2 SchKG) erfolgt nach den Vorschriften über das summarische Konkursverfahren gemäss Art. 231 SchKG BGE 130 III 481 E. 2.3. BGer 5A_896/2010 E. 7.3. (mit Verweis auf BGE 97 III 34 E. 3) BGer 5A_219/2007 E. 3.2. BGer 7B.130/2003 E. 1.3.

Juristische Personen als Gemeinschuldner: Der Gemeinschuldner muss eine bzw. irgendeine juristische Person sein (Art. 134 aVZG, welche die ursprüngliche Regel beinhaltete, beschränkte die Anwendbarkeit noch auf Aktiengesellschaften). BGer 7B.130/2003 E. 1.1.

Massgebliche Vermögenswerte: Erfasst werden (nur) verpfändete Werte. Es kann sich um Grundpfand- oder Faustpfandobjekte handeln. BGer 7B.130/2003 E. 1.1. Nicht pfandbelastete Objekte sind nicht Gegenstand der Verwertung. AB NE DECI.2012.3 E. 2

Massgeblicher Personenkreis: Das Verfahren ist auf die am pfandbesicherten Vermögenswert interessierten Personen beschränkt. BGer 5A_896/2010 E. 7.3. (mit Verweis auf BGE 97 III 34 E. 3) OGer SH OGE 93/2015/18 E. 2.1. Dazu gehören der Pfandgläubiger, der Schuldner, allfällige Drittansprecher BGer 7B.130/2003 E. 1.3. sowie Personen, welche ein beschränktes dingliches Recht oder ein im Grundbuch vorgemerktes persönliches Recht (Art. 959 ZGB) am zu verwertenden (pfandbelasteten) Grundstück geltend machen. OGer SH OGE 93/2015/18 E. 2.1. KGer NE ASSLP.2012.5 E. 5a (RJN 2012 S. 529 ff.) AB NE DECI.2012.3 E. 2 Als Pfandgläubiger gelten auch Retentionsgläubiger i.S.v. Art. 268 ff. OR. BGer 7B.130/2003 E. 1.3.Nicht pfandgesicherte Gläubiger sind vom Verfahren gemäss Art. 230a Abs. 2 SchKG ausgeschlossen. BGer 5A_896/2010 E. 7.3. BGer 5A_219/2007 E. 3.2. BGer 7B.32/2004 E. 1 (nicht publiziert in BGE 130 III 481) OGer SH OGE 93/2015/18 E. 2.1. KGer NE ASSLP.2012.5 E. 5a (RJN 2012 S. 529) AB NE DECI.2012.3 E. 2

Zulässigkeit eines Freihandverkaufs: Ein Freihandverkauf von pfandbelasteten Vermögenswerten ist zulässig. BGer 5A_896/2010 E. 7.3. KGer NE ASSLP.2012.5 E. 5a (RJN 2012 S. 529 ff.) vgl. auch BGer 7B.154/2006 Sachverhalt A.b.

Zustimmung der Pfandgläubiger zur freihändigen Verwertung: Art. 256 Abs. 2 SchKG findet Anwendung. AB GE DCSO/223/2013 E. 3.2. Eine freihändige Verwertung ist mit Zustimmung aller Pfandgläubiger zulässig. KGer NE ASSLP.2012.5 E. 5a/b (RJN 2012 S. 529 ff.) AB NE DECI.2012.3 E. 3

Recht zum höheren Angebot: Art. 256 Abs. 3 SchKG kommt analog zur Anwendung. KGer NE ASSLP.2012.5 E. 5a/b (RJN 2012 S. 529 ff.)

Kommentar 1: Das Recht zum höheren Angebot ist nur den (übrigen) Pfandgläubigern zu gewähren; die ungesicherten Gläubiger nehmen an der Spezialliquidation nicht teil.

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